Libuše Moníková wird vor allem in dem deutschen und anglo-amerikanischen Sprachraum hochgeschätzt, ihr Hauptwerk „Die Fassade“ wurde als moderner europäischer Roman (Friedrich Christian Delius) gefeiert und unter anderem in große literarische Tradition des Schelmenromans (Sibylle Cramer) eingebettet. Ihr Werk wird in literaturwissenschaftlichen Monographien (Antje Mansbrügge) und in diversen Studien behandelt. Lyn Marven und Brigid Haines geben demnächst bei German Monitor einen Moníková-Mirror heraus.

In Tschechien ist die Rezeption der Werke Moníkovás zunächst einen anderen Weg gegangen. Ganz symptomatisch nannte Tomáš Kafka seinen kurzen Nachruf „Libuše Moníková čili ztráta dosud nenalezeného/Libuše Moníková oder ein Verlust des noch nicht Gefundenen“ (MF dnes, 19. 1. 1998, S. 11). Ihr Werk stieß entweder auf verlegenes Schweigen oder auf rigorose Ablehnung: viele tschechische Germanisten waren überzeugt, Moníková habe für deutsche Leser geschrieben, für das tschechische Publikum sei ihre Realienaufzählung uninteressant.

In den letzten Jahren zeichnet sich in Tschechien eine Rezeptionswende zum besseren ab. Im März 1999 hat die Universität Budweis mit dem Goethe-Institut Prag auf Schloß Kravsko eine internationale Konferenz „In memoriam Libuše Moníková“ veranstaltet (sieh Schmidt, D/ Schwidtal, M. (Hg.): Prag – Berlin: Libuše Moníková. Rowohlt Literaturmagazin 44, Reinbek bei Hamburg 1999), es entstehen Moníková-Studien (etwa die Dissertation von Květoslava Horáčková, Universität Brünn 2002). Seit die erste belletristische Übersetzung in Tschechien erschienen ist (Treibeis/Ledová tříšť, übersetzt von Renáta Tomanová, Praha 2001), berichten auch die tschechischen Massenmedien über das Werk der im Ausland bekannten Landsmännin. Leider hat der Hynek-Verlag die seit drei Jahren fertige Übersetzung von „Die Fassade“ von Jana Zoubková noch nicht herausgegeben.

11.-15. November 2003 wird das Budweiser Institut für Germanistik die zweite internationale Libuše Moníková-Tagung veranstalten, die eine umfangreiche Diskussion der Moníková-SpezialistInnen aus aller Welt hervorrufen will. Zugleich ist sie als eine Bestandaufnahme gedacht, inwieweit sich fünf Jahre nach dem Tod der Autorin die Rezeption ihrer Werke geändert hat.

 

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